Verständlichkeit auf dem Prüfstand: Der Wahlprogramm-Check zur Abgeordnetenhauswahl in Berlin 2026  [04.09.26]

Nur wer verstanden wird, kann auch überzeugen: Damit Wählerinnen und Wähler eine begründete Entscheidung treffen können, sollten Parteien ihre Positionen klar und verständlich darstellen. Wie verständlich die Wahlprogramme zur Abgeordnetenhauswahl in Berlin 2026 sind, welches Vokabular die Parteien verwenden und wie populistisch ihre Sprache ist, zeigt unsere aktuelle Studie.

Wahlprogramm-Check 2026: Abgeordnetenhauswahl in Berlin | Bildquelle: Universität Hohenheim

 

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Vorweg: Die gemessene formale Verständlichkeit ist nicht das einzige Kriterium, von dem die Güte eines Wahlprogramms abhängt. Deutlich wichtiger ist der Inhalt. Jedoch stellt formale Unverständlichkeit eine Hürde für das Verständnis der Inhalte dar.

  • Im Schnitt sind die Wahlprogramme der Parteien 2026 ähnlich lang wie 2021. Die Linke präsentiert 2026 das längste Wahlprogramm mit etwa 79.800 Wörtern, die AfD und das BSW die kürzesten Wahlprogramme mit etwas unter 20.500 Wörtern. In den meisten Fällen bieten die Parteien Kurzübersichten ihrer zentralen Positionen an, allerdings nicht als klassisches Kurzwahlprogramm. Versionen in leichter Sprache gibt es nur bei der FDP und den Grünen.
  • Insgesamt ist die Verständlichkeit der Wahlprogramme 2026 mit im Schnitt 5,7 Punkten auf dem Hohenheimer Verständlichkeitsindex im Vergleich zu 2021 (5,6 Punkte) nahezu gleich geblieben. 2016 lag sie einen Punkt höher (6,7 Punkte). Das formal verständlichste Wahlprogramm liefert die SPD (8,5 Punkte), das am wenigsten verständliche liefern die Grünen (4,2 Punkte), dicht gefolgt von der FDP (4,3 Punkte).
  • Die häufigsten Verstöße gegen Verständlichkeits-Regeln: Fremdwörter und Fachwörter, Wortkomposita und Nominalisierungen, Anglizismen und „Denglisch“, lange „Monster- und Bandwurmsätze“.
  • Die Begriffsanalyse zeigt: Über alle Parteien hinweg spielen mehrere landespolitische Themen eine Rolle. Es geht um Bildung und Soziales, Wohnen, Stadtentwicklung und Verwaltung sowie Sicherheit und Schutz. Dabei gibt es typische parteispezifische Schwerpunkte. Solche Schwerpunkte bedeuten nicht, dass die Parteien sich nur damit beschäftigen. Sie beschäftigen sich damit aber intensiver als die anderen Parteien.
  • Beim Populismus bestätigt sich: Am häufigsten finden sich populistische Äußerungen 2026 links und rechts der politischen Mitte, also insbesondere beim BSW, der AfD und der Linken. Am ausgeprägtesten ist der Anti-Elitismus 2026 beim BSW. Der Vergleich mit anderen Wahlen in diesem Jahr zeigt, dass die Wahlprogramme in Berlin im Schnitt weniger Anti-Elitismus aufweisen als jene zu den Wahlen in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt.

 

Weitere Informationen und Ergebnisse finden Sie hier in der Präsentation der Studie.


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