Hamburger Bürgerschaftswahl 2025: Verständlichkeit und Populismus der Wahlprogramme seit 1993 im Vergleich [25.02.25]
Wie verständlich ist die Sprache der Wahlprogramme der Parteien zur Bürgerschaftswahl in Hamburg? Gibt es Verständlichkeits-Unterschiede zwischen den Parteien? Welches Vokabular verwenden die Parteien? Wie populistisch ist die Sprache der Parteien? Und: Wie haben sich die Verständlichkeit und die populistische Sprache der Wahlprogramme seit 1993 entwickelt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich unsere aktuelle Studie.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
Vorweg: Die gemessene formale Verständlichkeit ist nicht das einzige Kriterium, von dem die Güte eines Wahlprogramms abhängt. Deutlich wichtiger ist der Inhalt. Jedoch stellt formale Unverständlichkeit eine Hürde für das Verständnis der Inhalte dar.
- Nicht alle Parteien bieten ihre Wahlprogramme in unterschiedlichen Fassungen an. Gerade bei (sehr) langen Wahlprogrammen wie dem der Grünen sind Kurzfassungen durchaus sinnvoll, um den Wählerinnen und Wählern einen schnelleren Überblick zu ermöglichen.
- Insgesamt sind die Programme zur aktuellen Wahl mit im Schnitt 5,4 Punkten auf dem Hohenheimer Verständlichkeitsindex in etwa so verständlich wie die Programme zur Wahl 2020 (5,6 Punkte). Damit handelt es sich im langjährigen Vergleich um die formal unverständlichsten Wahlprogramme (im Durchschnitt).
- Die drei erstplatzierten Programme 2025: Linke (7,5 Punkte), AfD (6,0 Punkte) und SPD (5,3 Punkte). Insgesamt könnte die Verständlichkeit aller Wahlprogramme weiter verbessert werden.
- Die häufigsten Verstöße gegen Verständlichkeits-Regeln: Fremdwörter und Fachwörter, Wortkomposita und Nominalisierungen, Anglizismen und „Denglisch“, lange „Monster- und Bandwurmsätze“.
- Die Begriffsanalyse zeigt: Über alle Parteien hinweg lassen sich anhand der verwendeten Begriffe mehrere thematische Schwerpunkte erkennen: Soziale und bildungspolitische Aspekte spielen eine Rolle („Familie“, „Jugendliche“, „Kind“, „sozial“, „Bildung“, „Schule“, „Ausbildung“). Ebenso geht es aber um die Entwicklung der „Stadt“ in unterschiedlichen Bereichen, z. B. wirtschaftlich („Unternehmen“, „Wirtschaft“) oder in der „Infrastruktur“ („Wohnraum“, „Digitalisierung“). Im Vergleich der Parteien zeigen sich typische parteispezifische Schwerpunkte. Solche Schwerpunkte bedeuten nicht, dass die Parteien sich nur damit beschäftigen. Sie beschäftigen sich damit im Verhältnis aber intensiver als die restlichen Parteien.
- Beim Populismus bestätigt sich: Am häufigsten finden sich populistische Äußerungen links und rechts der politischen Mitte, also insbesondere bei der AfD und der Linken. Gemessen an der Anti-Elitismus-Dimension von Populismus gehören die aktuellen Wahlprogramme im Schnitt zu den weniger populistischen Wahlen.
Weitere Informationen und Ergebnisse finden Sie hier in der Präsentation der Studie.