Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026: Verständlichkeit bleibt für alle Parteien ausbaufähig  [10.08.26]

Wie verständlich ist die Sprache der Wahlprogramme der Parteien zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt? Gibt es Verständlichkeits-Unterschiede zwischen den Parteien? Welches Vokabular verwenden die Parteien? Wie populistisch ist die Sprache der Parteien? Und: Wie haben sich die Verständlichkeit und der Populismus der Wahlprogramme seit 2016 entwickelt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich unsere aktuelle Studie.

Wahlprogramm-Check 2026: Landtagswahl in Sachsen-Anhalt | Bildquelle: Universität Hohenheim

 

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Vorweg: Die gemessene formale Verständlichkeit ist nicht das einzige Kriterium, von dem die Güte eines Wahlprogramms abhängt. Deutlich wichtiger ist der Inhalt. Jedoch stellt formale Unverständlichkeit eine Hürde für das Verständnis der Inhalte dar.

  • Im Schnitt sind die Wahlprogramme der Parteien 2026 ähnlich lang wie 2021. Die AfD präsentiert 2026 das längste Wahlprogramm mit etwa 42.200 Wörtern, die SPD das kürzeste mit etwa 18.900 Wörtern. Anders als bei vielen anderen Wahlen präsentieren die Parteien in Sachsen-Anhalt ihre Wahlprogramme zur aktuellen Wahl nur selten in kürzeren oder einfacheren Versionen.
  • Insgesamt sind die Programme zur aktuellen Wahl mit im Schnitt 6,0 Punkten nur wenig verständlicher als die Programme zur Wahl 2016 und 2021 (jeweils 5,6 Punkte). Das formal verständlichste Wahlprogramm liefert die SPD (7,1 Punkte auf dem Hohenheimer Verständlichkeitsindex), das am wenigsten verständliche liefern die Grünen (4,3 Punkte).
  • Die häufigsten Verstöße gegen Verständlichkeits-Regeln: Fremdwörter und Fachwörter, Wortkomposita und Nominalisierungen, Anglizismen und „Denglisch“, lange „Monster- und Bandwurmsätze“.
  • Die Begriffsanalyse zeigt: Über alle Parteien hinweg spielen mehrere landespolitische Themen eine Rolle. Es geht um Soziales, Bildung, Wirtschaft und Finanzen sowie im weitesten Sinne um Kommunalpolitik. Dabei gibt es typische parteispezifische Schwerpunkte. Solche Schwerpunkte bedeuten nicht, dass die Parteien sich nur damit beschäftigen. Sie beschäftigen sich damit aber intensiver als die anderen Parteien.
  • Beim Populismus bestätigt sich: Am häufigsten finden sich populistische Äußerungen 2026 links und rechts der politischen Mitte, also insbesondere bei der AfD, dem BSW und der Linken. Seit 2016 hat sich der Anteil der anti-elitistischen Sätze bei der AfD beinahe verdoppelt.

Weitere Informationen und Ergebnisse finden Sie hier in der Präsentation der Studie.


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